Gedanken zur Jahreslosung 2021

Aquarell von Angelika Litzkendorf

Gedanken zur Jahreslosung und zum Aquarell von Angelika Litzkendorf

Dieses Bild hat mich sehr angesprochen, da geht es um ein Miteinander, jeder bekommt was vom anderen. Ausgehend von „oben“ über das Kreuz, das hell strahlt und ausgehend vom Wasser, das vom Himmel strömt, kommt beides zusammen und füllt die erste große Schale. Diese behält das Wasser aber nicht für sich, sondern gibt es weiter, an die anderen kleineren Schalen. Was kann das sein, das weitergegeben wird? Die Jahreslosung für das Jahr 2021 verrät es uns:

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Jesus redet zu den Menschen. Es geht ihm um ein gutes und friedliches Miteinander in dieser Rede, die im Lukasevangelium Kap. 6 zu finden ist. Diese Aufforderung steht in einer Reihe mit Sätzen wie „richtet nicht“, „verdammt nicht“ und „vergebt einander“, weil auch alles inhaltlich zusammengehört. Doch was ist „Barmherzigkeit“ und wie geht „barmherzig sein“?

Es hat mit Mitleid zu tun und doch ist Barmherzigkeit mehr als Mitleid haben, denn dieses Gefühl bringt uns zum Handeln, vielleicht sogar ganz spontan – ohne groß nachzudenken.

Es hat mit der Pflicht zu Helfen zu tun und doch ist es mehr, denn Barmherzigkeit entspringt im wahrsten Sinne des Wortes tief im Herzen und nicht nur im Kopf. Sie ist von außen betrachtet vielleicht sogar unvernünftig, weil da jemand nicht auf sein Recht besteht. Sie übersteigt sogar das Gefühl von Gerechtigkeit, denn da wird auf einmal keine gerechte Strafe verhängt, sondern Gnade und Vergebung dominieren. Barmherzigkeit ist der Inbegriff von bedingungsloser Nächstenliebe, ein Handeln, das nichts zurückfordert, kein Geld, keine Dankbarkeit, keine Wiedergutmachung. Es passiert einfach aus dem Bedürfnis heraus, die Not eines anderen zu verkleinern.

Wir kennen drei Texte in der Bibel, die dies zeigen: Zum einen das Gleichnis vom „Barmherzigen Samariter“, in dem ein Mensch nicht wegschauen kann, als sein Feind in Not ist. Zum anderen das Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“, in dem der Vater seinen reumütig zurück gekehrten Sohn ohne „wenn und aber“ aufnimmt und ihm -unverdientermaßen- eine zweite Chance gibt. Und zum dritten Jesu „Rede vom Weltgericht“, in der er aufzählt, wie wir Menschen uns um die kümmern sollen, die es bitter nötig haben: die Hungrigen und Durstigen, die Kranken, die Fremden, die Nackten und die Einsamen im Gefängnis.

Nun kann man ja schon fragen: Ist das nicht ein bisschen viel von uns verlangt? Ja und nein. Wenn wir das Bild oben nochmal anschauen wird das deutlich. Wir sind wie leere Schalen, die sich füllen lassen dürfen mit Liebe und Barmherzigkeit, die von Gott in unser Leben kommt. Und weil dies nicht etwas einmaliges, sondern etwas beständiges ist, laufen wir über, können wir Barmherzigkeit und Liebe unseren Mitmenschen weitergeben.

Wie kann Barmherzigkeit noch aussehen, außer die körperliche Not oder die Einsamkeit von Menschen zu lindern?

Bild von P. Beil, 10A

Mir ist folgendes eingefallen: Nicht mitmachen, wenn andere fertig gemacht werden. Weder im Klassenzimmer, noch bei der Hetze im Netz. Nicht schadenfroh sein, sondern mitfühlen und vielleicht sogar einschreiten, wo es nötig ist. Nicht immer alles mit gleicher Münze heimzahlen. Nicht immer nur auf den eigenen Vorteil achten, sondern sich auch mal zurücknehmen. Auch barmherzig mit sich selbst sein, wenn etwas nicht so gelungen ist und man sich tierisch darüber ärgert.

Die Jahreslosung für dieses Jahr will Herz und Hand bewegen. Lassen wir uns überraschen, was sich verändern kann durch mehr Barmherzigkeit im Miteinander!

Sabine Hausner

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