Zeit – in all ihren Facetten

 

Eine Woche lang herrschte Ausnahmezustand in den Klassenzimmern: Die elften Klassen haben zum Rahmenthema Zeit in allen Fächern und aller Tiefe geforscht. Dabei wurden Meilensteine gesetzt, Forschungsfragen überlegt, Quellen gesucht, Folgerungen und Synthesen produziert und alles zur Beantwortung von Hypothesen zusammengetragen.

 

 

Dieses Hineinschnuppern in das wissenschaftliche Arbeiten der Oberstufe und Hochschule ist Kern des Unterrichtsprojekts. Aber auch das Aufsprengen von Unterrichtsräumen und Klassenverbänden ist wichtig: So wird in Kleingruppen gearbeitet, an Forschungsfeldern, die zum Projekt der Gruppe werden, und die Lehrkräfte stehen als Coaches zur Seite: Ein Erlebnis, das Unterricht ganz neu begreifbar macht.

 

 

„Wir sind vor allem als Team an den fordernden Fragestellungen und Erarbeitungen gewachsen“, betont Luisa, die das Thema Zeit für das Fach Deutsch im Vergleich untersucht hat: „Wir haben moderne Poetry Slams alten Texten vom Anfang des 20. Jahrhunderts gegenübergestellt, mit der Frage: Wie haben sich Jugendliche zur jeweiligen Zeit sprachlich ausgedrückt, um ihr Lebensgefühl darzustellen.“ Hinter Luisa und ihrem Team liegen spannende Tage der Recherche. „Und am Ende hat sich die viele Textarbeit wirklich gelohnt“, erklärt sie.

 

 

Das kann man an den Ergebnissen ablesen: Wissenschaftliche Plakate mit Arbeitsablauf, gegliederten Inhalten, Quellen und Vertiefungen sind entstanden, die zeigen sollen, welche starken Einblicke möglich sind. Oberstufenkoordinator Herr Kraft, der als Schirmherr der Wissenschaftswoche fungierte, war eindeutig: „Das ist am Ende kein Wettbewerb um die buntesten Plakate, es geht hier wirklich um die wissenschaftliche Herausforderung, die abgebildet werden soll.“

 

 

Und die Plakate sowie Ergebnisse werden am letzten Tag in Kurzvorträgen präsentiert. So hört man etwa von dem berühmten Song „Bella Ciao“, den Joel und sein Team im Laufe der Zeit und in all seinen Varianten und Nutzungsformen analysiert haben und ist erstaunt, was alles hinter dem so einfach anmutenden Song steckt: Ein Stück Protest, von den Partisanen im Widerstand gegen den Faschismus Italiens bis hin zur modernen „Haus des Geldes“ Serie, ein verblüffend wandelbares Kulturgut.

 

 

Schlussendlich klingt die Wissenschaftswoche mit einem Gallery-Walk aus, der ermöglicht, dass alle Teilnehmenden, Lehrkräfte und Gäste einen eingehenden Blick auf die tagelange Arbeit der anderen Gruppen werfen können. Von Zeitreise, Klima, Zukunft und Krieg im Laufe der Zeit ist hier etwa die Rede, aber auch von Großbritannien oder dem Kirchenleben, die sich beide durch die Zeit enorm gewandelt haben. „Die Wissenschaftswoche ist wirklich eine neue Erfahrung, die Spuren hinterlässt“, findet Luisa und freut sich, dass die Ergebnisse so wertvoll sind, dass sie später nochmal anderen Jahrgangsstufen präsentiert werden.

C. Ruf

 

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