Von wegen: „School’s Out!

 

„Wir genießen die Früchte langer Arbeit“, eröffnet Herr Keil das Konzert und verweist auf die 35 Grad Sommerhitze. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen haben Big Band, Solistinnen und Solisten, großer und kleiner Chor, Band sowie Vokalensemble über Wochen hinweg geprobt und einen reichen Korb musikalischer Früchte hervorgebracht.

Die Moderatorinnen Carlotta und Frida heißen das Publikum zum Sommerkonzert willkommen. Das Programm sei heute bewusst bunt gemischt – ein echtes „Gulaschprogramm“, wie sie augenzwinkernd zitieren. Und schon steigt die Band mit einem druckvollen „Hall of Fame“ von The Script ein. Vor allem Sarah setzt mit ihren überzeugenden Vocals starke Akzente und trägt das Stück mit sicherem Gespür für Dynamik und Ausdruck. Auch Gitarre und Schlagzeug zeigen Präsenz und füllen den Kirchenraum mühelos mit Klang. Mit dem zweiten Titel, dem noch eindrucksvolleren „Umbrella“ von Rihanna, springt der Funke endgültig auf das Publikum über. Sarah moderiert sich dabei ganz nonchalant selbst an und wirbt charmant für ihren Mitsing-Part.

 

 

Der Abend wird schnell zum Erfolg: Der große Chor unter der Leitung von Herrn Zimmermann begrüßt das Publikum mit einem lebendigen und anspruchsvollen „Laudate“. Gleich darauf erklingen die zarten, zugleich begeisternden Stimmen des Unterstufenchors mit ihrer eigenen Variante von „Un poquito cantas“. Später kehren die jungen Sängerinnen und Sänger mit „Country Roads, Take Me Home“ auf die Bühne zurück, einfühlsam begleitet von Josefine an der Querflöte.

 

 

Eine Premiere im Konzertkonzept feiern die Singfluencer aus den 6. und 8. Klassen unter der Leitung von Frau Bach. Mit gefühlvollem Klangbild sowie Klavier- und Querflötenbegleitung präsentieren sie zwei Gesangsstücke und wissen insbesondere mit „Above All“ zu überzeugen. Ganz nebenbei schnipsen sie lässig im Takt mit den Fingern – stilvoll und souverän.

 

 

Plötzlich erfüllt Linkin Park die anschließende Stille. Allerdings nicht mit rockigen Gitarrenriffs, sondern mit sanftem Klavier und vielschichtigem Chorklang. Der große Chor hat sich „One More Light“, die bewegende Hommage an den verstorbenen Sänger der weltberühmten Band, zu eigen gemacht und setzt die Botschaft des Liedes mit großer Sensibilität um: die Bedeutung, füreinander da zu sein. Ein berührender Moment des Abends.

Lisa feiert ihren ersten Auftritt als Solistin mit „Dernière danse“ und überzeugt vor allem durch ihre feine Gestaltung des französischen Chansons, dessen wechselnde Stimmungen und kraftvolle Refrains sie sicher auslotet. Ein mutiger, starker Auftritt mit Gänsehautmomenten. Auch Anja schließt sich mit einem erstklassigen Solo zu „Falling“ von Harry Styles an. Ihre beeindruckende Stimme erfüllt selbst ohne Mikrofon mühelos den Kirchenraum. Schade nur, dass sie uns mit dem Abitur in der Tasche und ihrem außergewöhnlichen Talent nun zum letzten Mal beehrt.

 

 

 

Mit „Eye of the Tiger“ übernimmt die Big Band das musikalische Kommando. Die vielfältige Instrumentierung erzeugt Spannung und macht den bekannten Titel zu einer energiegeladenen rhythmischen Entdeckungsreise. Dieses Kunststück, vertrauter Musik neue Facetten abzugewinnen, gelingt der hervorragend besetzten Formation auch mit „Rock You Like a Hurricane“ von den Scorpions.

 

 

Neue Klangfarben eröffnet zudem die „Toccata“ von Chorleiter Denny Wilke, die er an der Orgel mit voller Pracht und beeindruckender Virtuosität präsentiert. Ein weiteres Mal zieht er die Aufmerksamkeit auf sein außergewöhnliches Können an diesem Instrument, diesmal gemeinsam mit Joel Zimmermann an der Tuba. „Der Elefant“ aus dem „Karneval der Tiere“ erweist sich dabei als ebenso unterhaltsames wie wirkungsvolles Stück. Selten durfte die Laurentius-Orgel ihre klangliche Kraft und Spielfreude so eindrucksvoll entfalten.

 

 

Das Vokalensemble verabschiedet sich mit einer stimmungsvollen Interpretation von Mendelssohns „Abschied vom Walde“ und gewinnt damit die Sympathie des Publikums endgültig für sich. Den gekonnten Schlusspunkt setzt erneut der große Chor: zunächst mit einer klug gewählten A-cappella-Version von „School’s Out“, anschließend mit dem ergreifenden „Bridge over Troubled Water“. So bleibt am Ende eine tragende, nachwirkende Stimmung.

 

 

Ein Konzert, das noch abwechslungsreicher und überzeugender geraten ist als in den Vorjahren und damit die Messlatte für kommende Veranstaltungen hoch legt. Der intensive Applaus und die abschließenden Dankesworte hallen noch lange nach, gerade weil einige verdiente MusikerInnen uns mit diesem Schuljahr verlassen: Danke für diese grandiose Zeit voller Höhepunkte!

C. Ruf

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