Kick-off zum Lesekanon


 

"Bis zur achten Klasse habe ich selber wenig gelesen und war in Deutsch eher so mittelgut," verrät Thomas Winterstein, Deutsch-Fachschaftsleiter an unserer Schule und Mitbegründer des Lesekanons. "Aber dann hat ein Schulkamerad von mir die Säulen der Erde gelesen, mit vielen vielen Seiten und mir erzählt wie sehr in das gepackt hat." Und das hat so gut funktioniert, dass er sich selbst mit diesem Buch für das Lesen begeistern konnte, schließlich sogar Deutschlehrer geworden ist und die Erfahrung teilen möchte.

 

 

Lesen begeistert, darum geht es in der heutigen Veranstaltung am bundesweiten Vorlesetag: "Mit einem Buch kann man den menschlichen Körper betreten, ein Ritter sein, auf den Mond fliegen, einen Gladiator treffen oder etwas über die alten Ägypter erfahren. Lesen eröffnet neue Welten und Horizonte." Auch Schulleiterin Frau Wania-Olbrich ist von der Idee überzeugt: Ein langfristiges Leseprojekt mit hunderten an klugen Büchern wird dazu viele neue Möglichkeiten bieten. "Wer liest, erlebt Dinge in seinem Kopf, die ihm sonst niemals möglich wären."

 

 

Der Lesekanon ist von den Lehrer*innen der Schule über beinahe zwei Jahre zusammengetragen worden und besitzt nun am Ende hunderte an Empfehlungen zu interessanter Lektüre: Nicht nur in Deutsch, gerade zu allen Fächern findet sich spannender Lesestoff. Von Intrigen im alten Rom (Cäsar und die Fäden der Macht) für die Unterstufe über Nachhaltigkeit (Stell dir vor, die Zukunft wird wundervoll und du bist schuld daran) in der Mittelstufe oder Erzählungen zu Rassismus (Mo und die Arier) für die angehende Oberstufe - für alle Altersklassen ist ein breites Spektrum an Leseerfahrungen dabei.

 

 

Dabei hat unsere Schulbibliothek bereits über die Hälfte der Bücher des neuen Lesekanons selbst angeschafft: "Besonders die teuren Bücher, die man sich vielleicht nicht einfach so für über 30 Euro selbst anschaffen will oder irgendwo anders schnell mal ausleihen kann", bestätigt Frau Meinking, die die Kick-off-Veranstaltung heute mit der 7C vor Ort begleitet, "wir freuen uns, dass bereits so viele Bücher angeschafft werden konnten, die alle Schüler*innen jederzeit hier ausleihen können und wir arbeiten daran, dass es immer mehr werden."

 

 

Die Schüler*innen vor Ort nehmen das Angebot freudig an, recherchieren fleißig und entdecken schon in den ersten Minuten zahlreiche Leseschätze aus dem Lesekanon (hier digital zur Einsicht), die sie auch gleich ausleihen.

 

 

Der Lesekanon begleitet die Schüler*innen von der 5. bis zur 10. Jahrgangsstufe außerdem mit kleinen Aufgaben zu den Lektüren. Etwa mit der Gestaltung von einem Comic-Beitrag, einem Quiz zum Buch oder einer kleinen Szene, die man mit Figuren selbst nachstellt und fotografiert. Die Ergebnisse sammeln die Schüler*innen in einem Leseheft und präsentieren diese dann am Schuljahresende in ihren Klassen. "So sammelt man über die Schuljahre eine Menge Erinnerungen an die Bücher und kann sogar etwas gewinnen", erzählt Herr Winterstein, "der Klassensieger erhält dazu nämlich auch einen kleinen Preis von der Schule."

 

 

Auch Frau Knapp vom Elternbeirat findet die Veranstaltung sehr klug und freundet sich gleich mit der Idee an: "Gerne stelle ich den Lesekanon den Eltern vor, denn diese Aktion gelingt vor allem dann, wenn alle davon überzeugt sind und gemeinsam wirken, damit die Kinder diese Idee auch wirklich annehmen." Leseförderung ist für alle Teilnehmer der Schulfamilie ein ganz wichtiges Element und der Lesekanon dafür ein sehr treffender Baustein.

 

 

Und dass der Funke zum Lesen auch zündet, zeigt sich am Schluss der Veranstaltung, nachdem Herr Winterstein allen gemeinsam noch aus Auguste Lechners Nibelungen vorgelesen hat und verrät: "Hier finde ich die Szene mit dem Drachen so spannend". Danach kehren die Schüler*innen nochmals schnell an die Bibliotheksregale zurück und greifen sich die Bücher, von denen sie sich haben begeistern lassen, um sie gleich auf der Stelle mit nach Hause zu nehmen.

C. Ruf

 

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