Faust zwischen Himmel und Hölle

 

Mit Textmarkern werden die Buchseiten in Frau Wutschkas Deutschkurs bearbeitet. Und so entsteht aus alter Literatur ein völlig neues Kunstwerk und eine neue Form der Lyrik: Zwischen den geschwärzten Zeilen bleiben einzelne Worte stehen, formen bald Zusammenhänge, bilden am Ende ein eigenes Gedicht.

 

 

Goethes Protagonist Faust ringt mit sich, seinem Seelenheil und letztendlich auch mit Gott und dem Teufel, die bekanntermaßen eine Wette über seine Seele abgeschlossen haben. Mit diesem Thema beschäftigt sich das Projekt. Und durch die Kunstform des "Blackout-Poetrys", entdecken die Schüler*innen auf beliebigen Buchseiten nun ganz eigene Bedeutungen zu Faust:

"Die Schülerinnen und Schüler bekommen eine beliebige Seite aus einem Buch und sollen diese als „Wortspeicher“ nutzen, sie sollen also die Worte auf der Seite völlig losgelöst von ihrem eigentlichen Inhalt betrachten und daraus etwas Neues kreieren," erklärt Frau Wutschka, nachdem sie die beeindruckenden Ergebnisse voll Farbe und geheimnissvoller Wortkunst präsentiert.

 

 

"Ja kann das denn wahr sein, jetzt reißen schon Deutschlehrer Seiten aus Büchern…?!" Mit einem Augenzwinkern verweist Frau Wutschka auf die etwas lädierte Elfenwald-Lektüre, die sie dafür opfern musste und antwortet lächelnd: "Ja, aber aus einem bestimmten Grund und natürlich nur aus einem Buch, das sowieso schon zerfleddert war."

Die Ergebnisse überraschen den Deutschkurs aus der Q11 ebenso wie dessen Lehrerin. "Geradezu teuflisch gut", erlaubt sich Frau Wutschka das Wortspiel, nachdem sichtbar wird, dass hier zum faustschen Thema richtige Kunst entstanden ist: In Wort und Bild und irgendwo zwischen der Symbolik von Himmel und Hölle.

 

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